Internationale Konflikte

Wir finden internationale Konflikte auf zwei Ebenen.

Internationale Konflikte werden meistens als 1. Konflikte zwischen Staaten bezeichnet.

In einer zweiten Liga spielen sich internationale Konflikte in der Konfrontation mit einem universellen Problem, wie z.B. Terrorismus, Armut oder Pandemien und den Umgang damit ab.

Aus internationalen Konflikten heraus erwachsen zwei Konfrontationsebenen:

Die erste Konfrontationsebene betrifft die politische und soziale Ordnungsform: Nach welchem politischen System dürfen und sollen Menschen zusammenleben?

Diese Frage kann als philosophische Frage betrachtet werden, ist es aber im Grundsatz nicht!

Genauso wie alle anderen Formen des Lebens auf Erden, werden menschliche Populationen weitestgehend nach den Imperativen der Physik reguliert, es geht um den effizienten Einsatz von Energie. Menschen sind an einen Kontext gebundene Lebewesen, die wie alle anderen Lebewesen, sich permanent der Umwelt und somit auch sozialen Kontexten anpassen.

Menschen sind bemüht, sich entweder am Leben zu halten und zu überleben oder aber in einer bequemen Situation angelangt, Privilegien (Freiheiten) mit brachialer Gewalt aufrechtzuerhalten.

Aus dem Missverständnis dazu, welche Freiräume der wirklichen Freiheit existieren, werden ideologisierende Ansprüche gestellt, wie sie von Stephen M-Walt in seinem Buch „The Hell of Good Intentions“ (2018) beschrieben werden.

Die USA versuchen der Welt eine Lebensform, die als ideologische Ordnung zu bezeichnen ist, aufzusetzen. Die liberale Hegemonie. Kommunismus und Kapitalismus sind ebenso zwei solche Ordnungen, die beide dysfunktional Verwerfungen der Geschichte nach sich ziehen.

Keine der drei vorstehend genannten Ordnungen richten sich nach rationalen Prinzipien die dem Lebensprinzip angemessene Lösungen anbieten und die Grundregeln der Physik auch nur in Ansätzen befolgen. Keine dieser genannten Ordnungen ist z.B. nach dem Prinzip der Erhaltung von Energie aufgebaut.

Somit kann keine dieser Ordnungen für die Spezies sprechen, sondern nur und dies auch nur eingeschränkt, für eine Lebensordnung selbst. Somit ist sie qua Geburt zum Scheitern verurteilt.

Die Zweite Konfrontationsebene ist somit bereits definiert: Wer darf eine Ordnung definieren?

Wer darf die bestehende Ordnung legitim über den Machtanspruch durchsetzen? Wenn nun ein Beispiel aus den USA zitiert wird, dann ist dies, weil die USA gerade bemüht sind, eine stringente Weltordnung, die ideologisch fundiert ist, durchzusetzen.

Aber in den USA kämpfen Titanen untereinander und bemühen sic, hegemonische Zirkel zu gestalten, die in mehr oder weniger sichtbaren Foren auftreten. Die bestehenden hegemonischen Zirkel werden zum Teil an die Kinder vererbt und es gibt neue Dynastien der Macht, die sich entweder über Kapital definieren (Gates, Koch, Bezos, Musk, etc…), über reine politische Macht (Gandhi, Suharto, Busch, Bin Laden, Saud, etc. …) oder über beide kombiniert (Trump, Kennedy, Putin, Macron, Leyen, etc…).

Konflikte zwischen Staaten sind z.B. Konflikte um Interessen wie, Ressourcen, Land, die Durchsetzung von Vertretern von Interessensgruppen.

Konflikte zwischen Staaten, werden von den oben genannten Initiatoren oder durch Triggereffekte ausgelöst. Keine Institution auf der Erde hat die von diesen Interessenvertretern ausgelösten Konflikte auch nur in Ansätzen je gelöst.

Der zur Beschwichtigung von Konflikten zurzeit weltweit einzige, mehr schlecht als recht funktionierende Mechanismus der Kontrolle der Auswüchse von Gewalt besteht darin, dass die Interessen der ganz mächtigen Staaten, wie der USA China oder Russland, von der Weltgemeinschaft abgefedert werden und damit von Organisationen, wie zum Beispiel die UN.

Dieses Abfedern stellt aber die bestehende Ordnung, die in die Konflikte führte, nicht nur nicht in Frage, sondern stabilisiert sie. Konflikte zwischen Staaten werden als ein Zerreiben von Kräften zwischen Mühlsteinen verstanden. Die Mühlsteine sind die übermächtigen Nationen, das geriebene Gut sind alle menschlichen Interessen.

Aus der Logik der mächtigen Monopolisten der Gewalt kann eigentlich nur ein Bestreben folgen, die Sucht nach Macht sowie die damit verbundene Gier definitiv und endgültig ein für alle Mal zu stillen.

Daraus erwachsen Bewegungen und Tendenzen, Monopole durch Konzentration in einer Spirale der Macht mittels der rohen Gewalt, die immer weiter zur Homöostase zu führen, zum Stillstand, zur Ordnung oder zur Ruhe. In einem Zustand der absoluten Herrschaft kann keine Differenz überleben.

Absolute Herrschaft bedeutet auch absolute Kontrolle. Darin wird jede Menschlichkeit, jede Differenz, jede Vielfalt jedes Anderssein zum „Staatsfeind“, zur „öffentlichen Gefahr“ oder zur „Achse des Bösen“.

Eine ideologische Ordnung, egal welcher Art, widerspricht den in den Gesetzen des Lebens von der Physik festgestellten Notwendigkeit der Vielfalt und Diversität. Das Leben besteht aus Diversität und ohne Diversität kein Leben.

Die Lösungsansätze
In diesem Sinne kann nur eine qualifizierte Minderheit von Berufspolitikern gemeinsam mit stillen Diplomaten an einem Wandel der Situation arbeiten und aus Staaten die „Monopolisten der Gewalt“ sind „Monopolisten der Kooperation“ machen. Stille Diplomaten versorgen die Politik mit neuen Räumen der Freiheit.

Sofern stille Diplomaten  kreative Initiativen entfalten und entwickeln, öffnen sie den strategischen Handlungsraum für Politiker, indem sie neue Ziele, neue Metaphern, neue Methoden, neue Erzählungsweisen und neue Werkzeuge für die Lösung von Konflikten anbieten, welche aber spezifischen Zielen dienen und einer präzis formulierten Gesinnungsethik bedürfen.

Mit diesen neuen Instrumenten, kann die Politik nachhaltige Entwicklungen ansteuern und Zukunft zulassen.

Zukunft ist Leben!

Alles was die Zukunft belastet, seien es Zinseszins und Überverschuldungen, Umweltprobleme, Klimawandel, Gesundheitsrisiken oder mangelnde Ernährung, jede Form der materiellen Unterversorgung von Individuen, sowie der Mangel an Spielraum (Freizeit, die der Freiheit gewidmet wird und nicht z.B. weiterem Konsumstress), sind Belastungen der Zukunft, Belastungen des Lebens.

Diese unabhängigen Köpfe aus Diplomatie und Politik haben die Freiheit, politische System der mittlerweile bestehenden und lebenden Menge Menschen sowie der von ihnen stammenden Interessen neu und fachkompetent zu denken und zu erklären sowie zur Debatte zu stellen.

Sie sollten Gewalt als zentrales Problem begreifen!

Die Zusammenarbeit von Staaten und Interessensvertretern ist das einzige denkbare Vehikel, um die anstehenden globalen Krisen zu meistern.

Die Ideen die universelle Probleme lösen gehen nicht von palliativen oder von nachsorgenden Ansätzen aus, sondern nur von der Prävention! Die Prävention kann aber nur ausgerichtet werden in Räumen die neu gedacht werden.

Hierzu bedarf es neue „Superlative Narrative“, die Menschen begeistern und in die neue und angedachte Welt zielsicher führen. Diese können niemals aus bestehenden Lösungen gedacht und kommuniziert werden.

Die Menschheit ist an einem Scheideweg.

Die Krise der Kommunikation, der neue Krieg der Ideen, ist ideologischer denn je. Der neue Krieg wird in Fake News, sowie in News ausgefochten.

Der neue Krieg zieht die Aufmerksamkeit der Massen im Netz nach sich!

Die Big Five, hier Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft, haben sich die gesamte menschliche Population bereits aufgeteilt. Sie arbeiten an neuen Währungen, wie Facebook mit der Libra und streben eine vollständige, neue überstaatliche Dimension des Zusammenlebens an, in der die wesentlichen Funktionen von Staaten ins Netz gelegt werden.

Wenn Covid-19 etwas deutlich aufgezeigt hat, dann, wie leicht es ist, mit einer Mischung aus Angst und Verzweiflung, Menschen im Netz wieder aufzufangen, Ersatzangebote zu formulieren und umzusetzen. Es entstehen gerade in Krisen gültige und damit netzbasierte Alternativen.

Es ist aber nicht ratsam, diese Bildung von Alternativen den Big Five zu überlassen!

Staaten täten gut daran nicht zu ignorieren, dass sie als Inkompetenz Träger in der Geschichte verkommen können, wenn sie nicht realpolitisch umgehend handeln. Wenn sie sich weiterhin von der Macht der Big Five derart beeindruckt, nicht einmal Steuern von den Big Five einfordern und diesen immer noch gestatten, ja es regelrecht zulassen, dass die gesamte Realwirtschaft und damit auch die benötigten Binnenmärkte in das Netz flüchten.

Dies würde im Ergebnis dazu führen, dass Staaten sehr schnell ausgehöhlt werden, so dass sie keinen Einfluss mehr nehmen werden können.

Darum hat die Politik gerade heute ein dringendes und eigenes Interesse daran, zu Handeln und stille Diplomatie in Anspruch zu nehmen!

Professionell arbeitende Politiker, die im System aus dem System heraus neue Lösungen integrativ und inklusiv erarbeiten, haben am ehesten eine Chance das Interesse von Mehrheiten zu wecken.

So ist es in wichtiger Ergänzung angeraten, dass stille Diplomaten, ausgestattet mit einer hohen Integrität an der Formulierung von Konfliktlösungen mitarbeiten und mitfeilen, gerade da sie aus der Ethik des Friedens, der Kooperation, der Menschlichkeit heraus, sich mit den divergierenden Interessen vorliegenden Gemeinsamkeit, am ehesten identifizieren!

Managament of Change

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